HP hat im dritten Quartal einen stärker als erwarteten Umsatz und Gewinn erzielt und gleichzeitig seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Allerdings überschatteten ein starker Rückgang der PC-Absatzzahlen, anhaltender Druck auf die Margen, steigende Speicherkosten und der Beitrag aus Zollrückerstattungen die positiv ausfallenden Zahlen, was zu einem deutlichen Kursrückgang der Aktie im nachbörslichen Handel führte.
HP Inc. (HPQ) gab am Mittwoch, dem 26. August, nach Börsenschluss die Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal bekannt und übertraf die Erwartungen sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Gewinn deutlich.
Das Unternehmen hob zudem seine Prognosen für den Jahresgewinn und den freien Cashflow an, gestützt durch stärkere Umsätze im Bereich Personal Systems, den Verkauf von Premium-Produkten und die anhaltende Verbreitung von KI-fähigen PCs. Trotz des scheinbar starken Berichts gab die HP-Aktie im nachbörslichen Handel um rund 9 % nach, da sich die Anleger auf die rückläufigen PC-Absatzzahlen und den anhaltenden Druck auf die Rentabilität durch höhere Speicher- und Komponentenkosten konzentrierten.
Die entscheidende Frage für Anleger lautet daher, ob die höheren Preise von HP und das wachsende Engagement im Bereich KI-PCs die steigenden Kosten und die schwächeren Hardware-Absatzzahlen ausgleichen können, während das Unternehmen auf das Geschäftsjahr 2027 zusteuert.
Aktien fallen trotz starker Gesamtergebnisse
Die HP-Aktie reagierte unmittelbar nach der Bekanntgabe der Geschäftszahlen negativ und fiel im nachbörslichen Handel um rund 9 %.
Obwohl Umsatz und Gewinn die Erwartungen übertrafen, konzentrierten sich die Anleger auf die schwächeren PC-Absatzzahlen und die steigenden Kosten für Bauteile, die beide die Rentabilität in den kommenden Quartalen beeinträchtigen könnten.
Der Rückgang folgte zudem auf eine starke Erholung der HP-Aktie von ihren Tiefstständen im April, was möglicherweise einige Anleger dazu veranlasste, nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen Gewinne mitzunehmen.
HP übertrifft die Schätzungen der Wall Street deutlich
HP meldete einen Quartalsumsatz von 15,7 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 12,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und die Erwartungen der Wall Street deutlich übertraf. Der bereinigte Gewinn lag bei 0,83 US-Dollar pro Aktie und damit ebenfalls über den Schätzungen der Analysten. Der Geschäftsbereich Personal Systems war der wichtigste Wachstumstreiber: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 18 % auf 11,8 Milliarden US-Dollar.
Allerdings gingen die PC-Absatzzahlen um etwa 16 % zurück, was darauf hindeutet, dass ein Großteil des Umsatzwachstums eher auf höhere Preise und eine Verlagerung hin zu teureren Produkten als auf steigende Absatzmengen zurückzuführen war. Diese Diskrepanz scheint Bedenken hinsichtlich der zugrunde liegenden Stärke der PC-Nachfrage geweckt zu haben.
Höhere Kosten setzen Margen unter Druck
Ein weiteres wichtiges Thema war die Rentabilität innerhalb des Geschäftsbereichs „Personal Systems“ von HP.
Die operative Marge sank auf etwa 4,6 %, verglichen mit 5,2 % im Vorquartal, da höhere Kosten für Speicher und Rohstoffe einen Teil der Vorteile aus Preiserhöhungen aufwiegen konnten. Die Speicherpreise geben den PC-Herstellern zunehmend Anlass zur Sorge, da die starke Nachfrage aus KI-Rechenzentren weiterhin Druck auf das Angebot ausübt.
HP hat darauf mit höheren Preisen, Anpassungen in der Lieferkette und einer stärkeren Fokussierung auf Premium-Geräte reagiert. Dennoch geht das Management davon aus, dass der Kostendruck auf kurze Sicht eine Herausforderung bleiben wird.
Höhere Prognose mit Vorbehalt
HP hat seine Prognose für den bereinigten Jahresgewinn auf etwa 3,19 bis 3,29 US-Dollar pro Aktie angehoben, verglichen mit der bisherigen Prognose von 2,90 bis 3,10 US-Dollar. Das Unternehmen erwartet zudem für das vierte Quartal einen bereinigten Gewinn zwischen 0,69 und 0,79 US-Dollar pro Aktie.
Ein Teil der Verbesserung ist jedoch auf Zollrückerstattungen zurückzuführen. HP gab an, dass etwa 0,11 US-Dollar pro Aktie des bereinigten Gewinns im dritten Quartal auf zollbezogene Vorteile zurückzuführen waren, während die Prognose für das Gesamtjahr einen geschätzten Beitrag von 0,19 US-Dollar pro Aktie beinhaltet.
Technischer Ausblick für HP
Technisch gesehen war HP mit einem starken Aufwärtsmomentum in die Veröffentlichung der Geschäftszahlen gegangen, nachdem sich die Aktie deutlich von ihren Tiefstständen im April bei rund 18 US-Dollar erholt hatte. Die Aktie stieg kürzlich über die 30-Dollar-Marke und näherte sich dem oberen Bollinger-Band bei etwa 31,60 Dollar, während der wöchentliche RSI etwa 68 erreichte, was auf eine starke Dynamik, aber auch auf zunehmend überzogene Marktbedingungen hindeutet. Der Rückgang nach Börsenschluss in Richtung etwa 27,90 Dollar stellt daher einen wichtigen technischen Test dar.
Der Bereich zwischen 27,50 und 28,00 US-Dollar stellt nun die erste wichtige Unterstützungszone dar. Ein Halten oberhalb dieses Niveaus könnte es der Aktie ermöglichen, sich zu stabilisieren und schließlich den Bereich zwischen 30,50 und 31,60 US-Dollar erneut zu testen. Ein nachhaltiger Ausbruch über diesen Bereich könnte den Weg in Richtung von etwa 34,60 $ ebnen, was auf dem Wochenchart das nächste wichtige Widerstandsniveau darstellt. Umgekehrt könnte ein entschiedener Durchbruch unter 27,50 $ den Abwärtsdruck verstärken, wobei der Bereich des gleitenden Durchschnitts bei etwa 24,90 $ die nächste wichtige Unterstützung darstellt.
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Mehr lesen →Die Aktien von Best Buy (NYSE: BBY) gaben nach, obwohl das Unternehmen besser als erwartete Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegte und seine Prognose für das Gesamtjahr anhob. Der Elektronikhändler übertraf die Erwartungen der Wall Street sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn, doch die Anleger blieben nach einer starken Kursrallye der Aktie im Vorfeld der Veröffentlichung des Berichts weiterhin vorsichtig.
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