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3 Konjunkturzyklen: Erläuterung der Phasen und ihrer Auswirkungen auf Vermögenswerte

Die Wirtschaft durchläuft, ähnlich wie ein Marathonläufer, Zyklen von Wachstum und Schrumpfung. Diese Zyklen werden als Konjunkturzyklen bezeichnet und bestehen aus drei Hauptphasen: Konjunkturaufschwung, Rezession und Erholung. Ganz gleich, ob Sie Investor, Trader, Signalanbieter oder auch nur ein gewöhnlicher Verbraucher sind – es ist entscheidend, diese Phasen zu verstehen und zu wissen, wie sie sich auf verschiedene Vermögenswerte auswirken.

Mar 20, 2026
4 Min. Lesezeit
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1. Phase des Wirtschaftsaufschwungs

Die Aufschwungphase gleicht einem klaren Tag nach einer Regenperiode. Sie ist voller Leben und Wohlstand. In dieser Phase ist die Beschäftigung hoch, die Arbeitslosigkeit niedrig und die Wirtschaftstätigkeit auf ihrem Höhepunkt. Die steigende Nachfrage führt zu steigenden Preisen und Zinssätzen, da die Zentralbank bestrebt ist, das Wirtschaftswachstum zu steuern.

Anleger haben in dieser Phase eine höhere Risikobereitschaft. Stellen Sie sich dies als eine Zeit vor, in der Menschen bereit sind, in risikoreichere Anlagen zu investieren, um höhere Renditen zu erzielen. Aktien und bestimmte Rohstoffe entwickeln sich in dieser Zeit tendenziell gut. Der Markt ist investitionsfreudig und strebt eine bessere Rendite an, als sie traditionelle Sparkonten bieten, die oft hinter den Inflationsraten zurückbleiben.

Unternehmen verzeichnen verbesserte Gewinne und starten neue Projekte, wodurch sie mehr Investoren anziehen. Eine bessere Unternehmensleistung und eine erhöhte Risikobereitschaft tragen zu Aufwärtstrends am Markt bei. Ebenso verzeichnen Rohstoffe wie Öl aufgrund der gestiegenen wirtschaftlichen Aktivität, beispielsweise im verarbeitenden Gewerbe und im Reiseverkehr, eine hohe Nachfrage.

Sicherere Anlagen wie Anleihen und „Safe-Haven“-Investments können in dieser Phase eine schwächere Performance aufweisen. Da es sich um risikoarme Optionen handelt, sind ihre Renditen tendenziell niedriger, was sie im Vergleich zu risikoreicheren Anlagen weniger attraktiv macht.

2. Rezessionsphase

Wenden wir uns nun der Phase zu, die oft Schlagzeilen mit Begriffen wie „Einbruch“ oder „Rückgang“ macht.

Ja, der Aktienmarkt beginnt zu fallen, und Rohstoffe folgen diesem Trend. Auch andere risikobehaftete Anlagen geraten unter Druck. Aber lassen Sie uns verstehen, warum dies geschieht.

Stellen Sie sich eine typische vierköpfige Familie vor. Beide Elternteile arbeiten, haben 25.000 Dollar Ersparnisse und 25.000 Dollar an der Börse angelegt. Während einer Rezession verliert ein Elternteil seinen Job, und der andere muss eine Gehaltskürzung von 20 % hinnehmen. Aktien gelten im Vergleich zu Sparkonten und Anleihen als riskanter. Glauben Sie, dass sie ihre Aktien behalten oder verkaufen werden? Werden sie ihre Ersparnisse aufstocken und sich für sicherere Anlagen entscheiden?

In dieser Phase haben Anleger eine geringe Risikobereitschaft. Sie suchen Sicherheit und wenden sich oft Sparkonten und Anleihen zu. Diese gestiegene Nachfrage nach Anleihen ist offensichtlich. Zudem geht die Wirtschaftstätigkeit zurück, was zu einer geringeren Nachfrage nach Rohstoffen wie Öl führt.

3. Erholungsphase

In der Erholungsphase – oder für manche der „Puh, das ist vorbei“-Phase – stabilisieren sich die Wirtschaft und die Anlagemärkte. Arbeitslose finden nach und nach Arbeit, die Gehälter steigen und die Wirtschaftstätigkeit zieht an. Alles scheint gut zu laufen, aber was passiert mit den handelbaren Vermögenswerten?

In dieser Zeit ist die Inflation aufgrund niedriger Zinsen und eines geringeren Warenangebots tendenziell hoch. Das bedeutet, dass Privatpersonen erhebliche Renditen erzielen müssen, um den Wert ihres Vermögens zu erhalten.

Schauen wir uns noch einmal das Beispiel derselben Familie an. Sie verfügt nun über 30.000 Dollar Ersparnisse und 20.000 Dollar in Anleihen. Beide Elternteile sind wieder berufstätig, aber ihre Sparkonten bieten nur eine jährliche Rendite von 0,10 %, und die Anleihen schneiden nicht viel besser ab.

Die Familie könnte ihre Anleihen verkaufen und ihre Ersparnisse reduzieren, um höhere Renditen zu erzielen. In diesem Szenario könnte sie sich dem Aktienmarkt zuwenden und sich vielleicht für 25.000 Dollar in Aktien und 25.000 Dollar auf einem Sparkonto entscheiden.

Diese Verlagerung der Nachfrage hin zu Aktien und ein Anstieg der Rohstoffpreise aufgrund der höheren Nachfrage nach Brennstoffen und Rohstoffen kennzeichnen die Erholungsphase.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Auch wenn Konjunkturzyklen beängstigend wirken mögen, hat uns die Geschichte gezeigt, dass auf schwierige Zeiten eine Erholung folgt. Indem sie verstehen, wie der Markt auf diese Zyklen und die aktuellen Bedingungen reagiert, können Anleger fundierte Entscheidungen treffen, die auf ihrer Risikobereitschaft und ihren persönlichen Umständen basieren. Konjunkturzyklen sind wie ein sich wiederholendes Muster, das zwar herausfordernd ist, aber letztendlich zu Wachstum und Erneuerung führt.